Wie funktioniert das mit dem Pflichtpraktikum?

Im Sinne der praxisnahen Ausbildung ist auch das Pflichtpraktikum ein wichtiger Punkt:

  • Für die Fachschulausbildung muss dieses mindestens 4 Wochen dauern und vor Eintritt in die letzte Klasse (4.Klasse) absolviert werden
  • In der Höheren Abteilung ist eine Gesamtdauer von mindestens 8 Wochen (2 x 4 Wochen) erforderlich und muss vor dem Eintritt in den 5. Jahrgang abgeschlossen sein
  • Im Tageskolleg ist ebenfalls eine Gesamtdauer von mindestens 8 Wochen (2 x 4 Wochen) erforderlich und muss vor der Abschlussprüfung des Kollegs abgeschlossen sein

Für den Nachweis der Praxis und der geleisteten Tätigkeiten ist ein entsprechendes Formular beim JV/KV bzw. in der Direktionskanzlei erhältlich, das vom Arbeitgeber auszufüllen und zu bestätigen ist. Rat und Hilfe erhalten Sie beim JV/KV und beim AV.

Generelle Tipps zum Pflichtpraktikum

  • Beginnen Sie so früh wie möglich (Jahresbeginn) mit den Bewerbungen
  • Bewahren Sie Absageschreiben auf – sie sind im Notfall als Nachweis erforderlich
  • Beachten Sie, dass ein branchenfremder Ferialjob (Ferialarbeit) nicht anerkannt werden kann, siehe bei „Definition eines Ferialpraktikanten“

Jugendschutzbestimmungen

Nach dem Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetz dürfen Jugendliche in einem Dienstverhältnis erst nach Vollendung des 15. Lebensjahres und Absolvierung der allgemeinen Schulpflicht beschäftigt werden. Für ein Ferialpraktikum im Rahmen schulrechtlicher Bestimmungen ist es lediglich notwendig, dass die allgemeine Schulpflicht erfüllt worden ist (d.h. auch jünger als 15 Jahre alt sein). Für jugendliche Ferialarbeiter und Praktikanten bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres gelten die besonderen arbeitsrechtlichen Schutzvorschriften für Jugendliche: Grundsätzlich keine Überstunden, verlängerte Wochenendruhe, keine Sonntagsarbeit etc., sofern nicht der jeweilige Branchenkollektivvertrag Ausnahmen vorsieht. Ab Vollendung des 18. Lebensjahres sind diese Schutzvorschriften nicht mehr anzuwenden.

Definition eines Ferialpraktikanten

Ferialpraktikanten sind Schüler/innen, die als Ergänzung zu ihrer schulischen Ausbildung ein vorgeschriebenes Pflichtpraktikum in einem Betrieb absolvieren. Der Ausbildungszweck steht dabei im Vordergrund. Das Praktikum dient dazu, Theorie praktisch umzusetzen. Dem Ferialpraktikanten ist es in erster Linie gestattet, sich zum Zweck seiner/ihrer Aus- und Weiterbildung im Betrieb zu betätigen. Eine Bindung an die betriebliche Arbeitszeit sowie eine Weisungsgebundenheit darf nicht gegeben sein. Der Ferialpraktikant hat sich aber in die allgemeine betriebliche Ordnung einzufügen und unter anderem auch die für den Betrieb geltenden Sicherheitsvorschriften zu befolgen. Ein reguläres Arbeitsentgelt gebührt nicht. Ob ein Taschengeld bezahlt wird bzw. wie hoch dieses ist, unterliegt grundsätzlich der freien Vereinbarung. In der Praxis wird als Taschengeld häufig ein Betrag deutlich unter der niedrigsten Entlohnung für Arbeitnehmer angesetzt. Der FP ist kein Arbeitnehmer im arbeitsrechtlichen Sinn. Es gelten die arbeitsrechtlichen Bestimmungen, wie etwa Urlaubsgesetz, Entgeltfortzahlungsgesetz, Angestelltengesetz oder Kollektivvertrag nicht. Werden in einem Kollektivvertrag spezielle Regelungen hinsichtlich der FP getroffen, sind diese zu beachten. Der Kollektivvertrag kann beispielsweise vorsehen, dass Ferialpraktikanten wie Arbeitnehmer zu behandeln sind. Solche FP unterliegen den gesetzlichen und entsprechenden kollektivvertraglichen Bestimmungen über Entlohnung, Entgeltfortzahlung, Urlaub, etc. Existiert keine kollektivvertragliche Regelung, gelten FP dann als Arbeitnehmer, wenn sie in Form von Weisungen und einer Bindung an die betriebliche Arbeitszeit in den Betrieb eingegliedert sind. Echte Ferialpraktikanten unterliegen seit 1.9. 2005 nicht mehr der Pflichtversicherung und sind nicht mehr bei der Gebietskrankenkasse anzumelden. Sie sind aber während des Pflichtpraktikums beitragsfrei unfallversichert. Wird ein Taschengeld über der Geringfügigkeitsgrenze bezahlt, ist dieses beitragspflichtig. Es empfiehlt sich, mit Ferialpraktikanten eine schriftliche Vereinbarung über die Dauer, die Auflösbarkeit, ein allfälliges Taschengeld etc. abzuschließen. In diese Vereinbarung sollte auch aufgenommen werden, dass kein Dienstverhältnis mit fixen Arbeitszeiten und Weisungsgebundenheit vorliegt.

Von Ferialpraktikanten sind Ferialarbeitnehmer zu unterscheiden. Dabei handelt es sich um Schüler/innen, die während der Ferien Geld verdienen wollen, wobei diese Arbeit nicht als Pflichtpraktikum von der Schule gefordert wird. Diese Ferialarbeit dient dazu, Geld zu verdienen. Es ist ein normales befristetes Arbeitsverhältnis und unterliegt dem Kollektivvertrag.

Unsere Tipps bei der Suche nach einem Ferialpraktikum für Ihr Kind

Bei der Suche nach Firmen, die Pflichtpraktika anbieten, empfehlen wir vom Elternverein Folgendes: Die Wiener Industriebetriebe bieten interessierten Schülern die Möglichkeit, die verpflichtende Praktika bei ihnen zu absolvieren. Die Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer hat mehr als 100 Praktikumsplätze auf der folgenden Website zusammmengetragen:

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Auf dieser Bewerbungsplattform können sich Schüler den Lebenslauf, Zeugnisse sowie Bewerbungsschreiben hochladen und für eines oder gleich mehrere interessante Angebote bewerben. Die Betriebe werden sofort informiert und können die Daten der Jugendlichen abrufen. Praktika bieten nicht nur die Chance, gelernte Theorie in die Praxis umzusetzen, sondern sind auch eine hervorragende Chance, sich bei Unternehmen zu präsentieren. Sehr viele Praktikanten steigen nach ihrem Schulabschluss zum Karrierestart genau bei den Betrieben ein, bei denen sie bereits ein Praktikum absolviert haben.

Wir empfehlen Ihnen weiters, sich an das CSBT Netzwerk, bestehend aus ehemaligen Absolventen unserer Schule, zu wenden.